Seit 12:00 läuft die Abstimmung zum Semesterticket

Namhafte Vertreter aller beteiligten Akteure eröffneten gemeinsam die Abstimmung.

Seit Montag Mittag um Punkt 12:00 Uhr sind die virtuellen Wahlurnen geöffnet. Alle Studierenden der FAU Erlangen-Nürnberg und der TH Nürnberg sind dazu aufgerufen, sich an der Urabstimmung über ein Angebot zum Semesterticket zu beteiligen. Bis zum 21. Januar haben sie nun Zeit, sich eine Meinung über das zur Abstimmung stehende Modell zu bilden.IMG-20150112-WA0000

Zum Auftakt der Abstimmung hatte das Aktionsbündnis Semesterticket zu einer Pressekonferenz geladen, an der Vertreter aller am Projekt Semesterticket beteiligten Akteure anwesend waren: Die Präsidenten der beiden Hochschulen Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske und Prof. Dr. Michael Braun, der Erlanger Oberbürgermeister Dr. Florian Janik, der VGN-Geschäftsführer Jürgen Haasler, der Geschäftsführer des Studentenwerks Otto de Ponte, die beiden Sprecher des Aktionsbündnis Semesterticket, Sven Schwarm (TH Nürnberg) und Benedikt Kopera (FAU) sowie Johannes Schilling als Vertreter des Referats für IT der Studierendenvertretung der FAU.

Grundlage für die Abstimmung ist ein Angebot, das das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg und der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg mit enger Beteiligung des Aktionsbündnis Semesterticket, der beteiligten Städte und Landkreise und den Hochschulen ausgehandelt haben. Seit langem wird das Fehlen eines Semestertickets von vielen als Nachteil für die Metropolregion Nürnberg betrachtet - die jetzige Urabstimmung könnte dafür sorgen, dass sich dies endlich ändert.

Das zur Abstimmung stehende Angebot sieht zwei Stufen vor: es gibt einen Sockelbeitrag von 65€ im Semester oder knapp 11€ im Monat, den alle Studierenden bezahlen. Dafür ist man am Wochenende ganztags und unter der Woche abends ab 19 Uhr im gesamten VGN-Verbundraum unterwegs. Für optionale 193€ zusätzlich kann der gesamte Verbundraum rund um die Uhr genutzt werden. "Damit tragen wir der besonderen Situation in unserer Metropolregion Rechnung, dass es zum einen viele Studierende gibt, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß zur Hochschule gelangen und die Öffentlichen vor allem in ihrer Freizeit nutzen, und zum anderen viele, die auf Busse und Bahnen angewiesen sind, um zu ihrer Hochschule pendeln zu können," erklärt Sven Schwarm, AStA-Vorsitzender der TH Nürnberg und Sprecher des Aktionsbündnis Semesterticket.

Benedikt Kopera, ebenfalls Sprecher des Aktionsbündnis Semesterticket ergänzt: "Wir halten diese Urabstimmung für eine fast schon historische Chance. Zumindest wird - so viel scheint sicher - die aktuelle Studierendengeneration in ihrer Zeit an der Hochschule keine weitere Chance darauf bekommen. Vor zwölf Jahren wurden die Studierenden zuletzt gefragt, ob sie ein Semesterticket befürworten. Wir wollen keine weiteren zwölf Jahre auf die nächste Chance warten und freuen uns daher auf die Urabstimmung. Wir sind zuversichtlich, dass es ein Erfolg wird."

Auch die Vertreter der anderen Akteure äußerten sich zu den verschiedenen Aspekten des Semestertickets:

Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der FAU: "Seit vielen Jahren ist der Studienstandort Erlangen-Nürnberg einer der wenigen in Deutschland, an dem es kein Semesterticket gibt – und jahrelang wurde dies zu Recht kritisiert. Mit dem aktuell vorliegenden Angebot des VGN haben sich zwar nicht alle Wünsche der Studierenden erfüllt, doch es scheint uns eine akzeptable Lösung und für die Mehrzahl der Studierenden eine echte Verbesserung gegenüber dem Status Quo zu sein. Wir möchten deshalb den Studierenden unbedingt ans Herz legen, sich an der Abstimmung zu beteiligen. Das Ergebnis wird ganz entscheidend dafür sein, wie Studieren am zusammenwachsenden Standort Erlangen-Nürnberg in den kommenden Jahren aussieht."

Prof. Dr. Michael Braun, Präsident der TH Nürnberg: "Die Einführung eines Semestertickets ist überfällig und wäre ein wirklich wichtiger Impuls, um die Metropolregion Nürnberg als Wissenschaftsregion zu stärken. Bei der Wahl des Studienortes spielen Faktoren wie Wohnen, Kultur und Freizeit sowie Mobilität, d.h. ein günstiger öffentlicher Nahverkehr, eine fast ebenso große Rolle wie das Studienangebot und das Renommee der Hochschule. Ich möchte an die Studierenden appellieren: Nutzen Sie diese Chance, sich an der Abstimmung zu beteiligen!"

Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen: "Für etwa 40 Euro im Monat kann man den gesamten Verkehrsverbund nutzen. Keine andere Kundengruppe im VGN fährt so günstig. Und wenn die Kaufquote hoch genug ist, hat das sogar Einfluss auf den Preis – ein einmaliger Mechanismus im VGN. Das ist ein wirklich gutes Angebot."

Jürgen Haasler, Geschäftsführer des VGN: "Ich freue mich, dass nach intensiven Vorarbeiten und viel Einsatz auf allen Seiten jetzt ein attraktives Angebot vorliegt, das so weit wie möglich den Interessen aller gerecht wird. Wir sind damit einen ganz großen Schritt weiter gekommen und hoffen, dass die Studierenden diese Chance für ein solidarisch finanziertes Semesterticket wahrnehmen."

Otto de Ponte, Geschäftsführer des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg: "Klar hätten wir uns alle ein besseres Angebot gewünscht, billiger und auch mit mehr Nutzen für den Solidarbeitrag. Die Städte haben uns aber vorgerechnet, dass es sich um ein attraktives Angebot handelt. Attraktiv weil besser als der Status quo, und attraktiv weil billiger als für alle anderen sozialen Gruppen: Für 43 € monatlich rund um die Uhr, 7 Tage die Woche mobil im gesamten Verbundraum bis hinauf nach Oberfranken. Günstiger geht es im VGN nicht."

Um Punkt 12:00 Uhr wurde die Abstimmung durch das symbolische Drücken eines Startknopfes von allen beteiligten Akteuren freigeschaltet.

Dass die Abstimmung in dieser Form überhaupt stattfinden kann, liegt zu großen Teilen am Referat für IT der Studierendenvertretung der FAU, die gemeinsam mit den Rechenzentren der Hochschulen für die ordentliche und sichere Abwicklung der Urabstimmung sorgt. Johannes Schilling, Vorsitzender des studentischen Konvents der FAU erklärt dazu für das Referat für IT: "Wir halten es für wichtig, dass das Ticket nur kommt, wenn es die Studierenden auch wollen. Um das sicherzustellen, müssen sich die Studierenden zahlreich an der Abstimmung beteiligen. Deswegen stellen wir gerne unsere Ressourcen zur Verfügung, um die Beteiligung an der Abstimmung möglichst einfach zu gestalten: Sie ist an zehn Tagen rund um die Uhr möglich und man benötigt dafür lediglich einen Computer mit Internetzugang."