(Deutsch) Jetzt liegt es in den Händen der Studierenden - Abstimmung über das Semesterticket wird im Januar durchgeführt.

semesterticket_logo Seit mehr als 20 Jahren haben zahlreiche Studierendengenerationen auf ein Semesterticket hingearbeitet - bisher vergeblich. Nun steht zum ersten Mal seit 2002 wieder ein Angebot, über das die Studierenden abstimmen sollen. Nachdem der VGN und die Kommunen ihr endgültiges Angebot unterbreitet hatten, entschloss sich das Aktionsbündnis Semesterticket diese einmalige Chance nicht verstreichen zu lassen und im Januar eine Urabstimmung über das Angebot durchzuführen. Sowohl das Studierendenparlament der TH Nürnberg als auch der Studentische Konvent der FAU hatten sich zuvor mit deutlichen Mehrheiten für die Urabstimmung ausgesprochen.

Das jetzt vorliegende Angebot nach dem Münchner Sockelmodell sieht einen solidarischen Sockelbetrag von 65€ vor, der von allen Studierenden getragen wird. Dieses berechtigt zu Fahrten rund um die Uhr am Wochenende und an Feiertagen sowie werktags ab 19 Uhr im gesamten VGN-Gebiet. Wer den kompletten VGN rund um die Uhr nutzen möchte, kann für weitere 193€ das komplette Semesterticket erwerben.

Die aus anderen Bundesländern bekannte Variante eines Vollsolidarmodells ist in Bayern nicht möglich. Wenn die Studierendenvertretung nicht selbst den Vertrag für ihr Semesterticket abschließt, gilt ein verpflichtender Beitrag von 65€ als rechtssicher. Bei einem höheren Betrag ist der Erfolg einer Klage wesentlich wahrscheinlicher, was massive finanzielle Konsequenzen für das Studentenwerk, den offiziellen Vertragspartner, hätte. Für diesen Preis ist der VGN-Gesamtraum nicht zu bekommen.

"Wir sind davon überzeugt, dass dieses Angebot eine deutliche Verbesserung zum jetzigen Zustand ganz ohne Semesterticket darstellt", erklärt Johannes Schilling, Sprecher des Aktionsbündnis Semesterticket. Von dem Semesterticket würden viele Gruppen profitieren: "Am meisten Geld sparen diejenigen, die über mehrere Tarifzonen pendeln müssen, beispielsweise von Forchheim nach Erlangen. Doch auch wer zwischen Nürnberg und Erlangen pendelt, hat einen beträchtlichen Vorteil im Vergleich zur jetzigen Semesterwertmarke. Außerdem wird mit dem Angebot einer der wichtigsten Kritikpunkte beseitigt, denn das neue Angebot gilt wirklich für ein ganzes Semester, also auch während der vorlesungsfreien Zeit, in der viele Prüfungen und Praktika stattfinden.

Zudem haben auch diejenigen etwas vom neuen Ticket, die nicht regelmäßig mit Bussen und Bahnen zur Hochschule fahren. Denn für knapp 11€ im Monat können Sie den VGN für diverse Freizeitaktivitäten nutzen, aber auch, um beispielsweise Eltern oder Freunde über ein Wochenende zu besuchen." Schilling ergänzt: "Wir hatten uns zwar ursprünglich ein noch attraktiveres Semesterticket erhofft, mussten aber nach intensiven Verhandlungen feststellen, dass das jetzt vorliegende Angebot unter den gegebenen Umständen das bestmögliche ist."

Ob das Ticket attraktiv genug ist, können nur die Studierenden selbst beurteilen. "Deshalb werden wir als Aktionsbündnis Semesterticket im Januar 2015 eine Online-Urabstimmung über das Ticket durchführen. Die Entscheidung liegt dann bei allen Studierenden.", so Romana Gassner, ebenfalls Mitglied im Aktionsbündnis Semesterticket. Die Details über die Urabstimmung werden in den nächsten Tagen geklärt werden.

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